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Amazon Echo: Meine Entäuschung über den Magenta Smarthome-Skill

Ursprünglich wollte ich über meine Erfahrungen mit Amazon Echo und dem Sprachassistenten Alexa schreiben. Jedoch bin ich immer weiter abgeschweift, als ich bei dem Punkt „Amazon Echo und der Magenta Smarthome Skill“ angelangt bin. Daher habe ich mich dazu entschieden diesen Punkt gesondert zu behandeln. Denn eigentlich kann Amazon nichts dafür, wenn einer der größten, deutschen Telekommunikationskonzerne es nicht gebacken kriegt, einen Alexa-Skill zu entwickeln.

Seit einer ganzen Zeit schon habe ich zuhause Magenta Smarthome von der Telekom im Einsatz. Gesteuert werden darüber meine Heizkörper, einige Philips Hue Lampen und auch einige Sensoren (z.B. Fensterkontakte) hab ich im Einsatz. Magenta Smarthome (Qivicon) war das Hauptargument, wieso ich mir überhaupt einen Amazon Echo zugelegt habe. Lange hab ich überlegt: „Wozu kann ich einen Sprachassistenten zuhause gebrauchen?“. Um mir Witze zu erzählen, mich darüber aufzuklären welcher der höchste Berg ist und Toastbrot auf meine Einkaufsliste zu schreiben? Die einzig sinnvolle Anwendung: Die Steuerung meines Smart-Home.

Also habe ich überlegt, ob ich nun eher auf Google Home warten soll, oder ob ich doch zu Amazon Echo greife. Da die Telekom einen Alexa-Skill angekündigt hatte, hab ich mich für Echo entschieden, obwohl ich eigentlich lieber im Google Ökosystem bleibe und Echo ja leider auch Google Play Music nicht unterstützt.

Amazon Echo und der Magenta Smarthome Skill

Ich habe monatelang auf diese verdammte Einladung gewartet und dann voller Vorfreude meinen Amazon Echo bestellt, um dann maßlos eintäuscht zu werden. Das, was die Telekom da einen Alexa-Skill nennt, hätte ich als „Nicht-Entwickler“ auch hinbekommen. Da dieser Skill nämlich nicht die Smarthome-API von Alexa nutzt, werden die Aktoren und Sensoren nicht direkt in Alexa eingebunden. Um eine Situation in der Magenta Smarthome-Base zu aktivieren, muss man Alexa immer sagen, über welchen Skill die Aktion ausgeführt werden soll. Und im sinne der Corporate Identity muss natürlich der volle Name „Magenta Smarthome“ genannt werden. Man muss also die folgende Syntax verwenden:

„Alexa, Magenta Smarthome (Situationsname) einschalten“

Dies ist bereits die gekürzte Variante, denn normalerweise würde man ja mit Alexa in vollen Sätzen sprechen. Also:

„Alexa, sag Magenta Smarthome, dass es die Situation Wohnzimmerlicht einschalten soll“

Großartige Arbeit liebes Magenta Smarthome-Team (das war Sarkasmus)!

Ich könnte sogar durchaus damit leben, wenn der Skill denn wenigstens funktional eine Bereicherung für mich wäre. Aber man kann tatsächlich nur Situationen ein- und ausschalten, die man vorher in der App definiert hat. Was nicht geht, ist zum Beispiel die Temperatur in einem Raum abfragen, die Temperatur ändern, einzelne Geräte ein- und ausschalten, oder irgend eine andere Aktion, die der Definition von „Smarthome“ entspricht. Was die Heizkörperthermostate betrifft, lässt sich über Alexa grundsätzlich gar nichts steuern oder auslesen, denn man kann diese in der Magenta Smarthome-App überhaupt nicht in Situationen integrieren.

Magenta Smarthome…gar nicht mal so smart

Auf den ersten Blick wirkt Magenta Smarthome tatsächlich sehr universell und fortschrittlich. Wer das System eine Weile nutzt, der wird mir aber vermutlich zustimmen, dass die Telekom einem gerne leere Versprechungen macht. Eigentlich hätte ich es schon bei der Ankündigung des Alexa-Skills besser wissen müssen.

Telekom-Smarthome-HeizungssteurungDen Frust bereitet mir seit langem die Tatsache, dass die Telekom die Heizungssteurung komplett separiert hat. Man kann die Heizungssteuerung also nicht in Situationen integrieren, geschweige denn Regeln bei bestimmten Ereignissen ausführen lassen. Ich hätte mir also genau so gut ein System für die Heizung und ein völlig anderes System für die schaltbaren Steckdosen, das Licht und die anderen Komponenten kaufen können und hätte genau die gleichen Möglichkeiten, die ich nun auch mit Magenta Smarthome habe.

Die Telekom hat also leider absolut nicht verstanden, was Smarthome bedeutet. Denn eigentlich ist Magenta Smarthome nichts anderes als eine Möglichkeit, bestimmte Aktoren aus der Ferne oder zu einem bestimmten Zeitpunkt einzuschalten. Solang es keine Geräteübergreifenden Regeln gibt, ist daran nichts smart. Mit Regeln meine ich so etwas wie: Wenn der Wandthermostat 50 Grad Temperatur erkennt, sollen die Lampen blinken, die Rauchmelder piepen und eine E-Mail Benachrichtigung verschickt werden. Oder wenn der Bewegungsmelder im Flur reagiert, soll die Heizung im Bad auf 21 Grad gestellt werden und das Licht soll eingeschaltet werden.

Mit Magenta Smarthome leider weiterhin Zukunftsmusik.

Bildquelle: Telekom

Über Riza Aslan

Gründer des Your-Android News-Magazines. Chefredakteur, Android-Freak und Technikbegeisterter Fachinformatiker.