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Rikomagic MK802 IV S im Test: Das All-In-One Android-Entertainment-System

Erst im März dieses Jahres habe ich ausgiebig den Rikomagic Mk802 III S getestet und schon jetzt ist mit dem Rikomagic MK802 IV S der Nachfolger des Android-Sticks erschienen. Das Grundprinzip hat sich natürlich nicht geändert. Man schließt auch den neuen Stick per HDMI an den Fernseher an und hat, genau wie mit dem “alten” Stick auch, die Möglichkeit Android Apps darauf zu installieren und das ganze per Tastatur, Maus, App und Controller zu bedienen. So kann man den MK802 IV S zum Beispiel als Spielekonsole nutzen, darauf im Internet surfen, Mediatheken auf dem Fernseher nutzen und den Stick vor allem als umfangreichen Mediaplayer (inklusive DLNA,ChromeCast und AirPlay) nutzen, der so ziemlich alle Medienformate frisst. Für den Rikomagic MK802 IV S lassen sich so unglaublich viele Anwendungsbeispiele finden, dass ich hier unmöglich alle aufzählen kann.

Die Hersteller sprechen von einem Mini-PC…ich würde den Android-Stick dagegen eher “All-In-One Android-Entertainment-System” nennen. In meinem Testbericht werdet ihr erfahren warum das so ist.

Technische Daten & Lieferumfang

  • Technische Daten
  • Unterstützte Formate
  • Anschlüsse
  • Lieferumfang
  • Betriebssystem: Android-Version 4.2.2 Jelly Bean
  • CPU: RK3188 Quad-Core 1.8 GHz Cortex-A9 (max. 4x 1.8 GHz)
  • GPU: Mali-400 Quad-Core (533MHz)
  • RAM: DDR3 2 GB
  • Interner Speicher: 16 GB (mit microSD-Karten um bis zu 32 GB erweiterbar)
  • WLAN: 802.11 b/g/n
  • Bluetooth: Version 4.0
  • Maße / Gewicht: 88 mm x 31.5 mm x 15.8 mm / < 50 g
  • Videoformate: WMV, ASF, MP4, 3GP, 3G2, M4V, AVI, MJPEG, RV10, DivX, VC-1, MPEG-2, MPEG-4, H.263, H.264, 1280 x 720p HD 30 fps, 720 x 480 D1 30fps
  • Audioformate: MP3, WMA, APE, FLAC, AAC, OGG, AC3, WAV
  • Bildformate: Max. 8000 x 8000, JPEG, BMP, GIF, PNG
  • 1 x Mini HDMI
  • 1 x Mini-USB (unterstützt OTG, Host)
  • 1 x Mini-USB (Stromanschluss)
  • 1 x microSD-Karten-Slot
  • MK802 IV S Android Mini Computer
  • USB-Netzteil 2A/5V
  • USB-Kabel
  • USB-OTG-Adapter
  • HDMI-Verlängerung

Aufbau & Einrichtung

Zum Anschließen des Rikomagic MK802 IV S braucht man keine Anleitung oder technische Begabung. Man steckt das mitgelieferte Micro-USB-Kabel mit dem einen Ende in das USB-Netzteil und mit dem anderen Ende in den MK802 IV S (Achtung: Nicht in den mit OTG beschrifteten Port stecken). Das HDMI-Kabel verwendet man, um den Android-Stick mit dem Fernseher zu verbinden und mit dem USB-OTG-Adapter (oder direkt an die USB-Buchse) schließt man zuletzt noch eine Tastatur oder Maus zur Bedienung des HDMI-Sticks an. Wer gern mehrere Geräte (z.B. Tastaturen, Mäuse, externe Festplatten und Game-Controller) gleichzeitig anschließen möchte, der kann einfach auf ein aktives USB-Hub zurück greifen. Zwar würden einige Geräte auch mit einem passiven USB-Hub funktionieren, aber spätestens bei einer externen Festplatte wird es Probleme geben.

Übrigens kann man ein USB-Hub schön neben den Fernseher stellen und so die USB-Ports angenehm zugänglich platzieren. Zumindest sieht es bei mir echt schick aus und ich brauche nicht hinter den Fernseher zu klettern wenn ich mal einen USB-Stick, eine externe Festplatte oder einen Game-Controller an den Mini-PC anschließen möchte.

Erster Start & Einrichtung

Beim Rikomagic MK802 IV S gibt es seit dem letzten Firmware-Update einen englischsprachigen Einrichtungs-Assistenten, der den Benutzer durch die Grundlegenden Einstellungen führt. Diesen Punkt habe ich bei den Vorreitern des MK802 noch nie bemängelt, aber mit jeder Generation wachsen natürlich auch meine Erwartungen an das System. Schade das er aktuell englisch ist, aber das wird sich bestimmt auch noch bald ändern. Wer schon ein anderes Android-Gerät besitzt oder einfach nur technisch begabt ist, der kann den Einrichtungs-Assistenten natürlich auch überspringen und die Einstellungen direkt in den Android-Einstellungen vornehmen. Ist das nicht der Fall, muss man entweder den englischen Assistenten verwenden, sich ein wenig informieren oder einfach herumtesten bis alles stimmt. Man findet sich auf jeden Fall schnell zurecht.

In meinem Fall war es nötig die Sprache und die Display-Auflösung anzupassen, sowie die WLAN-Verbindung herzustellen. Standardmäßig gibt der Rikomagic MK802 IV S das Bild in 1080p aus. Da ich den MK802 IV S aber im Schlafzimmer an einem HD-Ready Fernseher mit 576p verwende, musste ich dies im Menü unter Settings -> Screen -> Output einstellen. Die Menüpunkte waren zwar aufgrund des kleinen Fernsehers abgeschnitten, waren aber noch zu erraten. Die Sprache lässt sich unter Settings -> Language & Input auf Deutsch stellen und den WLAN-Key kann man anschließend unter Einstellungen -> WLAN eintragen. Beim ersten Start des Google Play Store’s wird man noch nach einem Google-Konto gefragt. Wenn man bereits ein Google-Konto besitzt, trägt man dieses einfach ein. Falls nicht, kann man hier ein neues erstellen.

Damit wäre die Einrichtung auch schon abgeschlossen. Alles weitere, wie die Installation von Apps und das fein-tuning der Einstellungen ist nur Geschmackssache.

Neues Design

Mit jeder neuen Generation der MK802 Sticks ändert sich vor allem das Design. Anfangs sahen die Sticks noch richtig billig aus, haben ihren Zweck aber natürlich erfüllt. Mit dem MK802 IIIS hatte sich das Design schon sehr viel verbessert, allerdings hatte das Design noch einige kleine Fehler. So konnte man den mitgelieferten USB-Host-Adapter nicht richtig anschließen, weil er durch das schräge Gehäuse nicht ganz in den Port gepasst hatte. Der MK802 IV S ist zwar nun etwas größer als seine Vorgänger, wirkt dafür aber auch mit seiner gummierten Oberfläche viel hochwertiger und besitzt leicht zugängliche Anschlüsse. Eigentlich bräuchte sich der MK802 IV S nicht hinter dem Fernseher zu verstecken, in den meisten Fällen wird man ihn aber trotzdem dort vorfinden.

Sonst gibt es eigentlich nicht viel zu dem Design zu sagen. Es sind Lüftungsschlitze vorhanden, damit der Stick nicht zu heiß wird. Alle Anschlüsse sind gut zu erreichen und sinnvoll positioniert und eine blaue LED informiert über den Status des Sticks. Auch einen versteckten Recovery-Knopf gibt es wieder. Allerdings braucht man die Bedienungsanleitung um diesen zu finden. Da man ihn nur benötigt wenn man mal ein Firmware-Update einspielt oder den Stick neu flashen muss, ist es wohl ganz gut so wenn man gezwungen ist in die Bedienungsanleitung zu sehen.

Firmware

Der Rikomagic MK802 IV S läuft auf einer Android 4.2.2 Jelly Bean-Basis, die speziell für den HDMI-Stick angepasst wurde. Es gibt also keinen Lockscreen und natürlich wurden auch Telefon- und SMS-Funktionen weggelassen. Rikomagic hat keine eigene Oberfläche entwickelt, sondern setzt auf das Stock-Android-UI. Benutzer die bereits ein Android-Gerät besitzen, dürften also mit der Bedienung keine Probleme haben. Aber ich denke auch für Neulinge sollte der Aufbau der Oberfläche leicht zu durchschauen und intuitiv zu bedienen sein. Der einzige Unterschied: Man hat natürlich keinen Touchscreen, sondern muss den Stick per Tastatur und Maus bedienen. Mit ein wenig Übung hat man den Dreh aber schnell raus.

Rikomagic hat inzwischen bereits das 3. Firmware-Update für den MK802 IV S veröffentlicht und damit einige Probleme behoben und die Stabilität verbessert. Wer trotzdem noch Probleme mit der Software hat, der kann sich im Rikomagic-Forum Rat holen.

Funktionen

Der Rikomagic MK802 IV S macht aus eurem Fernseher einen Android-Computer, mit dem ihr alle möglichen Android Apps nutzen könnt. Egal ob ihr über Facebook, Twitter oder sogar Skype mit euren liebsten in Kontakt bleiben wollt, mit Hilfe von YouTube oder verschiedenen Mediatheken nach Unterhaltung sucht, mal eben im Internet etwas sucht oder die Zeit mit Spielen vertreiben wollt. Der Rikomagic MK802 IV S ist perfekt dafür geeignet.

Der Stick lässt sich ganz einfach per WLAN (b/g/n) oder RJ45-Adapter zum Netzwerk verbinden und schon könnt ihr damit auf das Internet zugreifen oder Inhalte per DLNA auf den Fernseher übertragen. Der MK802 IV S hat bisher jedes Format abgespielt das ich ihm vorgesetzt hab. Sollte er sich doch einmal weigern, stehen einem im Google Play Store genug Media-Player zur Verfügung, von denen sicher einer für das gewünschte Format geeignet ist. Ich nutze den Rikomagic MK802 IV S vorwiegend um Filme von meinem Synology NAS auf den Fernseher zu streamen. Mit der Synology Video Station und dem MK802 IV S funktioniert das perfekt! Aber auch wer sich überlegt einen ChromeCast-Stick zuzulegen, sollte einmal über den Rikomagic MK802 IV S nachdenken. Mit der kostenlosen App CheapCast lässt sich der HDMI-Stick ganz einfach zu einem ChromeCast-Empfänger umwandeln. Zwar kann man noch nicht alle Inhalte per ChromeCast auf den Fernseher übertragen, aber der Entwickler arbeitet daran.

Aus reiner neugier hab ich mal meine alte Logitech Webcam an dem MK802 IV S angeschlossen und sofort konnte ich mit der Kamera-App darauf zugreifen. Wer also gern über seinen Fernseher mit Freunden, Bekannten und Verwandten skypen möchte, braucht sich keinen teuren, neuen Fernseher zu kaufen. Der Rikomagic-Stick reicht.

Gaming mit dem Rikomagic MK802 IV S

Auch wenn ich schon einige MK802-Sticks getestet hab, bin ich nie auf die Idee gekommen mit den Sticks zu spielen. Erst mit dem Rikomagic MK802 IV S wollte ich mich mal schlau machen wie gut das denn funktioniert. Schon der MK802 III S hatte mit seinem 1,6 GHz Dual-Core Prozessor genug Leistung um Problemlos als Spiele-Konsole Verwendung zu finden. Der MK802 IV S ist mit seinem 1,8 GHz Quad-Core SoC und der Mali-400 Quad-Core GPU natürlich noch ein gutes Stück besser zum Zocken geeignet. Um den Android-Stick als Spiele-Konsole zu verwenden gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen bekommt man natürlich sehr viele Spiele im Google Play Store, die man dann per Tastatur und Maus, Controller oder mit der RK Remote Control App steuern kann. Letztere erlaubt übrigens auch die Steuerung von (zum Beispiel) Rennspielen durch den Lagesensor des Smartphones oder Tablets. Genial!

Aber das ist noch nicht alles. Zum Glück hatte ich noch zwei USB-Game-Controller rum liegen, die den PlayStation 1 Controllern sehr ähnlich sind, denn damit kam ich dann auf die Idee mir einen PSX-Emulator zu installieren um meine damaligen Lieblingsspiele von der PlayStation 1 wieder heraus zu kramen. Also hab ich mir die App FPSe aus dem Google Play Store gekauft, kurz die Tastenbelegung für die Controller im Emulator angepasst, die Bios-Datei heruntergeladen und eingetragen und das war es schon. Nun muss man nur noch ein ISO oder BIN Image von den Spielen erstellen, die man spielen möchte, und diese mit dem Emulator starten. Natürlich sollte es auch mit jedem anderen Emulator funktionieren.

FPse for android
FPse for android
Entwickler: Schtruck & LDchen
Preis: 2,79 €

Rikomagic MK802 IV S mit perfektem Zubehör

Um den MK802 IV S perfekt nutzen zu können, sollte man sich noch ein bisschen Zubehör zulegen. Wer etwas ähnliches bereits zuhause rumliegen hat, der sollte natürlich erstmal testen ob es vielleicht auch damit zufriedenstellend funktioniert.

Tastaturen & Mäuse

Ich hab meine MK802 Sticks früher immer mit der Logitech K400 (mit integriertem Touchpad) benutzt. Das funktioniert zwar super, allerdings ist die Tastatur leider etwas sperrig und unhandlich. Vor kurzem habe ich mir deswegen die TaoTronics TT-MK001 Mini Wireless Fly Maus mit Tastatur bestellt. Leider, so ist es zumindest bei mir, zieht die Air Maus von selbst ein wenig nach rechts, was die Bedienung manchmal etwas erschwert. Der Preis und die geringe Größe sprechen allerdings ganz klar für die kleine TaoTronics Fly Maus.

USB-Hub

Ein weiteres Must-Have ist für mich ein aktives USB-Hub. Ich selbst benutze ein inzwischen schon älteres No-Name Hub und hatte bisher noch keine Probleme damit. Bei Amazon hab ich ein schickes D-Link Hub gefunden, dass sicher sehr gut für den MK802 IV S geeignet wäre.

Game-Controller

Als Game-Controller verwende ich ganz einfache USB-Controller, die den PlayStation 1 Controllern sehr ähneln. CSL bietet zum Beispiel solche Controller günstig im Doppelpack an.

Fazit

Der MK802 IV S ist inzwischen der dritte MK802-Stick, den ich aus dem Hause Rikomagic getestet hab und natürlich hab ich dabei auch die Entwicklung des Unternehmens mitverfolgt. Unglaublich was die Jungs in der Zwischenzeit geschafft haben. Der MK802 wirkt nicht mehr wie ein billiges China-Gadget, sondern viel mehr wie ein ernst zu nehmendes Home-Entertainment-System, dass sich vor Apple TV sicher nicht zu verstecken braucht. Auch wenn die Einrichtung des MK802 im Moment noch etwas komplizierter wirkt als es bei Apple TV der Fall ist, macht der riesige Funktionsumfang den Rikomagic Stick zum interessanteren System. Rikomagic war bisher immer sehr bemüht Software-Probleme aus der Welt zu schaffen und hat entsprechend schnell Software-Updates für die HDMI-Sticks veröffentlicht. Ich hoffe, dass ich in Zukunft noch sehr viele Android-Sticks von Rikomagic testen darf und kann sie auch nur jedem Empfehlen, der mehr aus seinem Fernseher heraus holen möchte.

In diesem Sinne…

Kauft euch einen Rikomagic MK802 IV S

Erst im März dieses Jahres habe ich ausgiebig den Rikomagic Mk802 III S getestet und schon jetzt ist mit dem Rikomagic MK802 IV S der Nachfolger des Android-Sticks erschienen. Das Grundprinzip hat sich natürlich nicht geändert. Man schließt auch den neuen Stick per HDMI an den Fernseher an und hat, genau wie mit dem "alten" Stick auch, die Möglichkeit Android Apps darauf zu installieren und das ganze per Tastatur, Maus, App und Controller zu bedienen. So kann man den MK802 IV S zum Beispiel als Spielekonsole nutzen, darauf im Internet surfen, Mediatheken auf dem Fernseher nutzen und den Stick vor allem…

Review Overview

Aufbau - 90%
Einrichtung - 70%
Design - 90%
Funktionen - 95%
Gaming - 87%
Preis / Leistung - 90%

87%

Empfehlung!

Der Rikomagic MK802 IV S ist so viel besser als seine Vorgänger, dass nun schon auf Kleinigkeiten geachtet werden muss. Als Kleinigkeit ist uns aufgefallen das der Stick schon hin und wieder einen Neustart braucht, ab und an das WLAN neugestartet werden muss oder auch schon mal eine App abstürzt. Für Anfänger ist dies vielleicht schon ein Grund zur Reklamation, uns hat dies aber nicht weiter gestört und Rikomagic wird sicher weiter an dem Stick arbeiten und alle Probleme mit einem Software-Update beseitigen. Diejenigen, die sich davon nicht abschrecken lassen, bekommen von uns eine klare Kaufempfehlung! Der Stick erfüllt nicht nur seinen Zweck, er regt den Benutzer auch dazu an sich noch ausgefallenere Anwendungs-Szenarien auszudenken und die Möglichkeiten des Sticks damit voll auszureizen. Wer da zu Apple TV greift ist selbst schuld!

User Rating: 4.59 ( 2 votes)
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Über Riza Aslan

Gründer des Your-Android News-Magazines. Chefredakteur, Android-Freak und Technikbegeisterter Fachinformatiker.

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