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Front inkl. WebCam

Rikomagic RKM MK902 im Test: Google Chromecast und Apple TV können einpacken!

Android auf dem Fernseher ist bei mir schon seit langem ein Thema. Begonnen hat es bei mir mit dem Rikomagic MK802+ und mit jeder Generation wurden die kleinen HDMI-Sticks, welche einfach an den heimischen Fernseher angeschlossen werden, um diesen mit einem vollwertigen Android-System zu erweitern, schneller, stabiler und vielseitiger. In der Zwischenzeit habe ich verschiedenste Android-Sticks der MK802-Serie getestet, und hab jetzt zum ersten mal ein Gerät der MK902-Serie von Rikomagic vor mir liegen. Auf den ersten Blick ist das Gerät größer, denn es ist kein HDMI-Stick sondern eine HDMI-Box, und beinhaltet neben der Standard-Ausstattung der mir bekannten Android-Sticks, zusätzlich eine integrierte Kamera, ein integriertes Mikrofon, mehrere USB-Ports, einen optischen Audio-Ausgang und einen RJ45-LAN-Port. Auch die weiteren technischen Daten werden euch gefallen, doch es kommt ja bekanntlich nicht nur auf die Theorie an. Auch in der Praxis ist die Android-HDMI-Box – RKM MK902 – der MK802-Serie weit voraus.

Technische Daten & Lieferumfang

  • Technische Daten
  • Unterstützte Formate
  • Anschlüsse
  • Lieferumfang
  • Betriebssystem: Android 4.2 Jelly Bean mit Miracast Unterstützung
  • CPU: Rockchips RK3188 Quad Core, Cortex A9 mit bis zu 1,6 GHz
  • GPU: Mali-400, unterstützt 2D/3D Grafik mit OpenGL ES 2.0/1.1 und OpenVG 1.1
  • RAM: 2GB DDR3
  • Interner Speicher: 8GB / 16GB (per microSD-Karte um bis zu 32GB erweiterbar)
  • WLAN: 802.11 b/g/n
  • LAN: RJ45, 10/100MBit LAN Netzwerk
  • Bluetooth: Version 4.0
  • Videoformate: RM/RMVB, MPEG, MKV, AVI, MP4, MOV, FLV, H.263, H.264, VC-1, DivX, Xvid, TS, RealVideo, VP6, VP8 mit bis zu 1080p
  • Audioformate: AAC-LC/HEAAC/HE-AACv2, AC3, AMR-NB, DTS, MP3, OGG, RA_COOK, WMA, WMA, LPCM/PCM/ADPCM, FLA
  • HTML5 und Flash11
  • 1 x HDMI
  • 1 x AV Ausgang
  • 1 x Digitaler Audio-Ausgang (optical)
  • 1 x RJ45 LAN-Anschluss
  • 1 x microSD-Karten-Slot
  • 4 x USB Host
    • Anschluss von kabellosen Tastaturen und Mäusen, sowie Gamepads, USB-Sticks oder anderer Peripherie problemlos möglich
    • Unterstützung für externe 3G UMTS-Sticks
  • 1 x DC IN(5V 2,5A)
  • MK902 Android Mini Computer
    • Eingebaute 5 Megapixel Kamera und Mikrofon (z.B. für Skype)
  • Netzteil 2,5A/5V

Aufbau & Einrichtung

Der Aufbau des RKM MK902 gestaltet sich denkbar einfach. Man verbindet die kleine Box per HDMI mit dem Fernseher und schließt das Netzteil an. Wenn man jetzt auf dem Fernseher den entsprechenden HDMI-Eingang auswählt, sieht man auch schon wie der RKM MK902 gerade startet. Um die Box bedienen zu können, benötigt man ein Eingabegerät. Dies kann zum Beispiel eine Maus, ein Touchpad, eine Tastatur oder sogar ein Gamepad sein, dass per USB angeschlossen ist. Der MK902 lässt sich auch per App von einem anderen Android-Gerät aus steuern, allerdings muss man die Box dazu erst einmal in das Netzwerk integrieren.

Erster Start & Einrichtung

Anders als bei Smartphones und Tablets sind die Android-TV-Sticks und -Boxen von Rikomagic vorkonfiguriert. Es gibt also keinen Assistenten, der den Anwender beim ersten Start durch die wichtigsten Schritte führt, um zum Beispiel das WLAN zu konfigurieren oder einen Google Account einzurichten. Das ist eigentlich nicht weiter tragisch, denn mit einem Klick kommt man in die Einstellungen (bekannt aus allen Android-Versionen) und ist man einmal dort angekommen, braucht man nur noch die Sprache (Language) auf Deutsch zu stellen und (falls erforderlich) die Verbindung zum WLAN herstellen. Die anderen Einstellungen sind eher optional. Wer sich bereits mit Android auskennt, der wird hier sicher das eine oder andere Schräubchen verstellen und die Android-Box seinen vorstellungen entsprechend konfigurieren.

Design

Wie schon einleitend erklärt, hatte ich bisher immer nur Android-Sticks und der RKM MK902 ist meine erste Android-Box. Nun werden sich einige denken “Um so kleiner, desto besser” und andere sind wahrscheinlich der Meinung “Mir ist völlig egal wie groß das ding ist”. Mir hat die Erfahrung gezeigt, dass man bei stationärer Hardware nicht unbedingt an der Größe des Gehäuses sparen sollte. Dies hat nicht nur optische, sondern auch funktionale und technische Gründe.

Vergleich: groß gegen klein

Vergleichen wir den RKM MK902 einfach mal mit dem aktuellen MK802 IV S. Der MK802 IV S kommt dem MK902 in Sachen “technische Daten” sehr nahe. Allerdings wurde der MK802 IV S in ein kleines Gehäuse gebaut, dass irgendwo hinten am Fernseher herunter baumelt. Schließt man daran einen Funk-Empfänger für ein Eingabegerät an, bekommt der Empfänger nur schwer die Signale ab, da der Fernseher im weg steht. Will man ein USB-Gerät daran anschließen, muss man hinter den Fernseher klettern und hoffen das noch ein USB-Port frei ist. Denn aufgrund des kleinen Gehäuses gibt es nur zwei USB-Ports und für den einen davon braucht man sogar noch einen Adapter. Man muss eben möglichst viele Anschlüsse auf dem kleinen Gehäuse unterbringen. Deswegen gibt es auch nur einen Mini-HDMI-Port (also noch ein Adapter nötig) und auf zusätzliche Anschlüsse wie LAN, einen Audio-Ausgang oder zusätzliche USB-Ports muss man ganz verzichten. Hinzu kommt, dass die mobilen Prozessoren immer leistungsfähiger werden, aber damit auch immer mehr Abwärme erzeugen. Beim MK802 IV S hat man deswegen den Quad-Core-Prozessor, welcher laut Datenblatt bis zu 1,8 GHz leisten soll, fix auf 1 GHz getaktet. Die Lüftungsschlitze am Gehäuse reichen also hier nicht mehr aus. Bekommt der Stick zusätzlich noch die Wärme des Fernsehers ab (die Dinger können schon ziemlich warm werden) wirds natürlich kritisch. Damit kommen wir auch schon zu den vorteilen eines größeren Gehäuses, wie dem des MK902. Die Android-Box lässt sich schön neben, oder sogar vor den Fernseher stellen und alle Anschlüsse sind gut erreichbar. Die Box sieht schön aus, und Funk-Eingabegeräte haben direkten Sichtkontakt zum Empfänger. Das Gehäuse bietet nicht nur genug Platz für 4 USB-Ports, einen normalen HDMI-Port, einen LAN-Port und Audio-Ausgänge (Klinke und optisch), sondern hat sogar noch Platz für eine integrierte WLAN-Antenne, eine integrierte Webcam und ein eingebautes Mikrofon übrig. Außerdem braucht man sich aufgrund der Größe keine Sorgen um die Abwärme machen. Hier ist nichts gedrosselt und das merkt man.

Firmware

Rikomagic-MK902-26

Auf dem Rikomagic RKM MK902 kommt Android 4.2 Jelly Bean zum Einsatz, welches zwar nicht ganz aktuell ist. Allerdings gab es seit dieser Version auch keine gravierenden Veränderungen mehr, die dieser Android-Box zugute gekommen wären. Einige Funktionen von Android 4.4.2 sind nicht für einen Fernseher geeignet, andere lassen sich ganz einfach mit Apps aus dem Google Play Store nachrüsten. Der Hersteller hat die Box mit keiner eigenen Oberfläche versehen, sondern nutzt den Stock-Launcher, den viele Nutzer bereits gewohnt sind. Hier und da wurde das System ein wenig angepasst oder um Apps erweitert, mit denen die Box unter anderem zum DLNA-Renderer wird.

Root-Rechte

Wer gern die volle Kontrolle über sein Android-Gerät hat, der braucht sich beim MK902 nicht die Arbeit zu machen das System zu rooten, denn es wird bereits mit Root-Rechten ausgeliefert. Lediglich eine App zur Verwaltung der Root-Berechtigungen muss man sich installieren (z.B. SuperSU).

SuperSU
SuperSU
Entwickler: Codingcode
Preis: Kostenlos

Firmware-Updates

Leider gibt es keinen automatisierten Update-Prozess im System. Also keine OTA-Updates oder ähnliches. Wenn ein Software-Update vorhanden ist, muss man dies manuell herunterladen und flashen (bzw. installieren). In der Regel bekommt man eine Zip-Datei, welche ein Tool, die nötigen Treiber und das Firmware-Image enthalten. Nachdem man den MK902 im Recovery-Modus per USB (Kabel ist nicht im Lieferumfang enthalten) an den PC angeschlossen und die Treiber installiert hat, kann man das Image mit dem Tool auf die Android-Box flashen. Etwas umständlich, aber es steht ja nicht jeden Tag ein Firmware-Update an. Der Vorteil an dieser Methode ist natürlich, dass man auch ein schief gelaufenes Firmware-Update überschreiben kann und somit das Risiko eines “Bricks” minimiert wird.

Funktionen

Rikomagic-MK902-23Der Funktionsumfang einer Android-Box ist extrem umfangreich. So kann man den Rikomagic RKM MK902 zum Beispiel als Spielekonsole nutzen indem man einen Game-Controller (USB) daran anschließt. Per Skype, Hangout oder über irgend einen anderen Kommunikations-Dienst kann man mithilfe der eingebauten Kamera und dem integrierten Mikrofon mit Freunden und Bekannten in Kontakt bleiben. Ausgestattet mit einer Mediathek, Watchever, Maxdome oder der DS Video App (in Verbindung mit einem Synology NAS) lassen sich per Knopfdruck Filme auf den Fernseher streamen und will man seinen Fernseher nutzen um im Internet zu surfen oder Mails zu checken, ist das auch problemlos mit dem RKM MK902 möglich.

Rikomagic-MK902-22Personalisieren

Android lässt sich super personalisieren, und so kann man auch das Aussehen des MK902 genau nach seinem Geschmack einrichten (natürlich spreche ich nur von der Software). Wie man auf den Screenshots sehen kann,  hab ich das System bereits ein wenig verbessert. Als Launcher verwende ich den Nova-Launcher, weil er mir viele Optionen bietet und ich vor langer Zeit einmal die Vollversion Nova Launcher Prime gekauft habe. Außerdem habe ich mit dem Xposed Installer das Xposed Framework installiert, mit dem man viele nützliche Modifikationen am System vornehmen kann. Die Xposed Installation ist übrigens super einfach, denn den Root-Zugriff hat man ja beim Rikomagic MK902 schon ab Werk.

Google Chromecast oder Rikomagic MK902?

Eine der spannendsten Fragen dürfte lauten: “Was ist Besser? Chromecast oder  der MK902?”. Dies wird jeder anders sehen, denn eigentlich sind die Geräte nicht wirklich mit einander vergleichbar. Der MK902 bringt ein vollwertiges Android-System auf den Fernseher und funktioniert somit autark. Ein Chromecast-Dongle hingegen benötigt immer einen Sender. Also zum Beispiel ein Smartphone, ein Tablet oder einen PC um Inhalte zu empfangen die er wiedergeben soll. Hat man kein Sendendes Gerät zur Hand oder ist gerade der Akku schwach oder leer, kann man also auch den Chromecast-Stick nicht gebrauchen. Ein weiterer (für mich riesiger) Nachteil ist bei Chromecast, dass das Gerät nur sehr wenige Videoformate abspielen kann. Will man also AVI oder MKV Dateien abspielen, hat man ein dickes Problem. Der RKM MK902 hat bisher jedes Format abgespielt, dass ich ihm vorgelegt hab. Teils ist dazu eine zusätzliche App (MX Player) nötig, aber diese ist kostenlos und spielt so gut wie jedes Format ab.

Rikomagic MK902 bei AliExpress Rikomagic MK902 bei eBay.com
Android auf dem Fernseher ist bei mir schon seit langem ein Thema. Begonnen hat es bei mir mit dem Rikomagic MK802+ und mit jeder Generation wurden die kleinen HDMI-Sticks, welche einfach an den heimischen Fernseher angeschlossen werden, um diesen mit einem vollwertigen Android-System zu erweitern, schneller, stabiler und vielseitiger. In der Zwischenzeit habe ich verschiedenste Android-Sticks der MK802-Serie getestet, und hab jetzt zum ersten mal ein Gerät der MK902-Serie von Rikomagic vor mir liegen. Auf den ersten Blick ist das Gerät größer, denn es ist kein HDMI-Stick sondern eine HDMI-Box, und beinhaltet neben der Standard-Ausstattung der mir bekannten Android-Sticks, zusätzlich eine…

Review Overview

Einrichtung - 90%
Design - 100%
Funktionen - 100%
Preis / Leistung - 90%

95%

Kaufen!

Android-Sticks und -Boxen sind generell eine spannende und vor allem hilfreiche Erfindung. Mit dem MK902 hat der Hersteller Rikomagic nun endlich verstanden, dass es nicht immer im USB-Stick-Format sein muss. Das Gehäuse darf bei stationärer Hardware ruhig auch mal etwas größer ausfallen. Vor allem dann, wenn man hierdurch ein spürbar stabileres und performanteres Gerät erhält. Der MK902 ist ein absolutes Multi-Talent und für mich die bisher beste Set-Top-Box auf Android-Basis. Die kleine Box bietet genug Anschlussmöglichkeiten, bietet eine ausgezeichnete Performance und läuft dabei absolut stabil. Ich werde die Box nicht mehr hergeben!

User Rating: 3.96 ( 4 votes)

Über Riza Aslan

Gründer des Your-Android News-Magazines. Chefredakteur, Android-Freak und Technikbegeisterter Fachinformatiker.

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